Die beiden Maler Willes Meinhardt (Bilder obere Reihe) und Johann P. Reuter (Bilder untere Reihe) haben gemeinsam das Ausstellungsprojekt GRAUZONE entwickelt. Die schon seit Jahren in intensivem Austausch stehenden Künstler stellten fest, dass sie sich beide unabhängig voneinander in ihren durch die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen mit Stipendien in 2020/2021 unterstützten Projekten auf unterschiedliche Weise mit der Farbe Grau auseinandersetzten. Es entstand die Idee, diese Ergebnisse in einer gemeinsamen Ausstellung öffentlich zu machen. In der Ausstellung werden Arbeiten aus den beiden genannten Projekten zu sehen sein, als auch weitere Werke aus anderen Schaffensphasen, in denen die Thematik der Farbe Grau sich im Werk der beiden Maler zeigte.
Grau gilt als eine nicht besonders ausstrahlende Farbe, sie ist eher neutral und ausbalanciert in ihrer Wirkung. Mischt man zwei komplementäre Farben miteinander im passenden Mengenverhältnis, so entsteht Grau. D. h., dass aus zwei Farben mit dem größten bei Farben möglichen Kontrast eine ruhige und ausgewogene Farbe entsteht. Schon Goethe hat in seiner Farbenlehre über die passenden Mengenverhältnisse von Komplementärfarben nachgedacht, wenn er beispielsweise versuchte, Violett und Gelb mengenmäßig so auszubalancieren, sodass aus seiner Sicht ein ausgewogenes Zusammenspiel der beiden Farben entsteht. Diese Ausgewogenheit versucht auch unser Auge beim Sehen von Farben mittels Rezeptoren herzustellen. Somit ist Grau eine nicht sonderlich auffallende, aber sehr besondere und wesentliche Farbe im Farbspektrum.
Die Ausstellung zeigt Grau in vielen verschiedenen Facetten, sowohl in der Malerei als auch in der Zeichnung. Es entsteht ein spannendes Gegenüber im unterschiedlichen Umgang mit Grau und die Ruhe dieser Farbe lässt sparsame Einsprengsel anderer Farben besonders deutlich wirken.